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Kinder-Uni testet Produktionsformen mit Papierfliegern

Wirtschaftsinformatiker legen einen starken Start des Kinder-Uni-Studienjahrs hin

RAVENSBURG/WEINGARTEN – Prof. Dr. Jürgen Friedl und Prof. Dr. Markus Rager von der Hochschule Ravensburg-Weingarten halten ihre erste Kinder-Uni-Vorlesung. „Wo kommen eigentlich unsere ganzen Produkte her?“ fragen sie und bringen Überraschendes zutage.

Die jungen Hörerinnen und Hörer saßen gespannt und teilweise etwas scheu im großen Hörsaal. „Keine Angst, ich war auch mal in der Schule!“ sagte Markus Rager. Die beiden Hochschullehrer, die viel Zeit in die Vorbereitung gesteckt hatten, wechselten sich in der Gesprächsführung ab. „Was kennt ihr für Produkte?“ wollten sie wissen. Die Studis nannten unter anderem Zahnpasta und Nutella. „Auch Flugzeuge sind Produkte“, ergänzte Jürgen Friedl.

Die Professoren fragten, woher die Produkte kämen und was drin sei. Über die Inhaltsstoffe wussten die Kinder gut Bescheid. In Nutella ist Palmöl aus Malaysia, Zucker aus Deutschland, Kakao von der Elfenbeinküste und die Nüsse sind aus der Türkei. Ein Junge erzählte von seinem Opa in der Türkei: „Da wachsen die Haselnüsse für Nutella.“ Außer den Inhaltsstoffen braucht man Menschen, die das Produkt herstellen. T-Shirts werden in Ländern mit geringem Brutto-Inlandsprodukt pro Kopf oder Pro-Kopf-Einkommen hergestellt, in China oder Indonesien, weil da auch die Löhne niedriger sind. Jetzt kam ein Flugzeug ins Bild. Ein Junge kannte die riesige Maschine, die A380. Ihre Flügel werden in Großbritannien gebaut, die Nase in Frankreich, die Hauptteile in Deutschland. Transportiert werden die Einzelteile mit Schiffen und zusammengebaut in Toulouse.

„An der Hochschule haben wir auch einen Forschungsauftrag, deshalb machen wir jetzt ein Experiment“, sagte Jürgen Friedl. Alle bekamen ein Blatt mit Hilfslinien und Anleitung, um einen Papierflieger herzustellen. „Aber sauber arbeiten!“ verlangte der Professor. Die ersten 40 Flieger waren nach 60 Sekunden und insgesamt 40 Minuten Arbeitszeit fertig. Dann stellten acht Kinder die 40 Flieger in einer arbeitsteiligen Produktionskette her. Sie waren nach 210 Sekunden und insgesamt 28 Minuten Arbeitszeit geschafft. „Warum ging das schneller?“ fragte der Professor. Obwohl die Gedanken wie die weißen Papierflieger inzwischen im Hörsaal herum sausten, konzentrierten sich die Studis wieder. Ein Mädchen erklärte: Beim zweiten Mal hat jeder immer wieder eine kleine Aufgabe gemacht. Das ging schneller.“ Jürgen Friedl nannte das eine Erfahrungskurve und Markus Rager sprach vom „Supply Chain management“. Weltweit werden Produkte in Supply Chains gefertigt.

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