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An der Kinder-Uni steht Werbung auf dem Prüfstand

Soll sie uns massenhaft erreichen, oder darf es auch weniger sein?

RAVENSBURG/WEINGARTEN – (sz) Im Hörsaal der Dualen Hochschule klärt Professor Stefan Luppold, DHBW, die Frage "Werbung oder Event - was hilft besser beim Verkaufen von Produkten?“ Die Kinderuni-Studierenden folgen aufmerksam der Erörterung des wirtschaftlichen Themas.

„Ja!“, schallte es aus 70 Kehlen. „Habt ihr Lust anzufangen?“ hatte der Professor seine kleinen Zuhörer gefragt. Stefan Luppold, der selber Kinder hat, aber noch keine Enkelkinder, liebt großes Publikum. Passend zur Vorweihnachtszeit fragte er die Juniorstudenten nach ihren Wünschen und versprach eine richtige Vorlesung zu halten.

„Wenn wir etwas kaufen oder verkaufen wollen, einen Roboter zum Beispiel, müssen wir erst mal davon wissen“, erklärte Stefan Luppold. Wir müssen wissen, dass es ihn gibt und wo. „Was mache ich, um meinen Roboter gut zu verkaufen? Mache ich Werbung oder einen Event?“ Werbung reicht vom Namen des Produkts über die Verpackung bis zu Plakat, Zeitungsanzeigen und Werbespot. Täglich vom Werbung umgeben, zeigten die Jungstudis großes Interesse. „Werbung ist das bekannteste Marketinginstrument“, stellte der Professor fest. Wie Unternehmen und Konsumenten bei der Werbung kommunizieren zeigte der Professor mittels der Tabelle eines Lehrbuchs. Werbung erreicht eine große Menge von Käufern, sie funktioniert als Massenkommunikation. Der Event, die erlebnisorientierte Werbeveranstaltung, hat eine viel geringere Reichweite. Ein Event erreicht zwar Käufer, dafür aber intensiver, persönlicher, emotionaler, mit allen Sinnen und im Dialog.

Eine Supermarktkette etwa kann mit einem Plakat werben, aber auch mit einem Event. Professor Luppold führte zwei konkrete Beispiele an. Auf dem Plakat machen zwei ein Picknick. Beim Event unterstützt das Unternehmen eine Kita bei einer pädagogisch konzipierten Pflanzaktion. Das sprach die meisten Kinder mehr an als das „Picknick“, aber nicht alle. Ein Junge fand die Kindergartenaktion langweilig. Werbung muss informieren. Sie kann entweder die große Masse erreichen oder Erlebnisse mit allen fünf Sinnen ermöglichen, fasste Professor Luppold zusammen und sagte: „Meistens ist Werbung eine Mischung aus beidem.“

Kinder-Uni-Studis brauchen Konflikte nicht zu fürchten

Professorin Renate Schwarz spricht mit den Kleinen über das richtige Streiten
WEINGARTEN – Was ist ein Konflikt? Wie entstehen Konflikte? Was kann man dagegen tut? In drei Schritten führt Prof. Dr. Renate Schwarz, Fakultät für Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Hochschule Ravensburg-Weingarten, den studierenden Nachwuchs durch das Thema.
Renate Schwarz findet es toll, dass Kinder auch außerhalb der Schule lernen wollen. Die kleinen Hörer lobte sie: „Ihr habt schon viel Erfahrung mit Konflikten!“ Unter Konflikt verstanden die Uni-Zöglinge, wenn man streitet, ein Problem hat oder eine Meinungsverschiedenheit. Die Hochschullehrerin präzisierte: „Bei einem Konflikt geht es mindestens einer Partei nicht gut.“ Starke Gefühle oder Emotionen spielen dabei eine Rolle. Die Kinder zählten für sie ein paar auf: Wut, Angst, Ärger, Enttäuschung, Eifersucht. Renate Schwarz sagte: „Ihr braucht aber keine Angst vor Konflikten zu haben. Sie gehören einfach zum Leben dazu und es gibt viele Möglichkeiten, sie zu lösen.“
Neben unterschiedlichen Bedürfnissen und Wünschen, unterdrückten Gefühlen und Stress kann auch eine schlechte Kommunikation zu Konflikten führen. Der Konfliktforscher Friedrich Glasl beschrieb in neun Stufen, wie Konflikte sich über Gesichtsverlust und Drohstrategien so zuspitzen können, dass sie zuletzt gemeinsam in den Abgrund führen.
Die jungen Akademiker wussten dagegen, wie man Konflikte lösen kann: Kompromisse finden; tun, was der andere will; etwas ganz anderes machen; eine Idee vorschlagen, die beide wollen oder einfach auslosen, was man macht. Professorin Schwarz gab noch ein paar allgemeine Verhaltensregeln bei einem Konflikt: erst mal ruhig werden und tief atmen, seine Wünsche vorbringen, keine Schimpfwörter gebrauchen, gut zuhören und nachfragen, Vorschläge machen und bei Bedarf Hilfe holen.
Mit einer Bildergeschichte beendete die Dozentin ihre Vorlesung. Zwei Esel machen vor, wie ein Konflikt über einen Kompromiss gut gelöst wird, so dass beide Parteien bekommen, was ihnen wichtig ist. Die zwei aneinandergebundenen Tiere ziehen zuerst in entgegengesetzte Richtungen zum jeweils nächsten Heuhaufen. So kommt keiner der beiden an sein Ziel. Keiner kann fressen. Sie überlegen und finden eine für beide befriedigende Lösung. Erst gehen sie gemeinsam zum einen Heuhaufen, dann zum anderen.

Kinder-Uni testet Produktionsformen mit Papierfliegern

Wirtschaftsinformatiker legen einen starken Start des Kinder-Uni-Studienjahrs hin

RAVENSBURG/WEINGARTEN – Prof. Dr. Jürgen Friedl und Prof. Dr. Markus Rager von der Hochschule Ravensburg-Weingarten halten ihre erste Kinder-Uni-Vorlesung. „Wo kommen eigentlich unsere ganzen Produkte her?“ fragen sie und bringen Überraschendes zutage.

Die jungen Hörerinnen und Hörer saßen gespannt und teilweise etwas scheu im großen Hörsaal. „Keine Angst, ich war auch mal in der Schule!“ sagte Markus Rager. Die beiden Hochschullehrer, die viel Zeit in die Vorbereitung gesteckt hatten, wechselten sich in der Gesprächsführung ab. „Was kennt ihr für Produkte?“ wollten sie wissen. Die Studis nannten unter anderem Zahnpasta und Nutella. „Auch Flugzeuge sind Produkte“, ergänzte Jürgen Friedl.

Die Professoren fragten, woher die Produkte kämen und was drin sei. Über die Inhaltsstoffe wussten die Kinder gut Bescheid. In Nutella ist Palmöl aus Malaysia, Zucker aus Deutschland, Kakao von der Elfenbeinküste und die Nüsse sind aus der Türkei. Ein Junge erzählte von seinem Opa in der Türkei: „Da wachsen die Haselnüsse für Nutella.“ Außer den Inhaltsstoffen braucht man Menschen, die das Produkt herstellen. T-Shirts werden in Ländern mit geringem Brutto-Inlandsprodukt pro Kopf oder Pro-Kopf-Einkommen hergestellt, in China oder Indonesien, weil da auch die Löhne niedriger sind. Jetzt kam ein Flugzeug ins Bild. Ein Junge kannte die riesige Maschine, die A380. Ihre Flügel werden in Großbritannien gebaut, die Nase in Frankreich, die Hauptteile in Deutschland. Transportiert werden die Einzelteile mit Schiffen und zusammengebaut in Toulouse.

„An der Hochschule haben wir auch einen Forschungsauftrag, deshalb machen wir jetzt ein Experiment“, sagte Jürgen Friedl. Alle bekamen ein Blatt mit Hilfslinien und Anleitung, um einen Papierflieger herzustellen. „Aber sauber arbeiten!“ verlangte der Professor. Die ersten 40 Flieger waren nach 60 Sekunden und insgesamt 40 Minuten Arbeitszeit fertig. Dann stellten acht Kinder die 40 Flieger in einer arbeitsteiligen Produktionskette her. Sie waren nach 210 Sekunden und insgesamt 28 Minuten Arbeitszeit geschafft. „Warum ging das schneller?“ fragte der Professor. Obwohl die Gedanken wie die weißen Papierflieger inzwischen im Hörsaal herum sausten, konzentrierten sich die Studis wieder. Ein Mädchen erklärte: Beim zweiten Mal hat jeder immer wieder eine kleine Aufgabe gemacht. Das ging schneller.“ Jürgen Friedl nannte das eine Erfahrungskurve und Markus Rager sprach vom „Supply Chain management“. Weltweit werden Produkte in Supply Chains gefertigt.

Biologie Forschungswerkstatt

Die Bilder und der Pressetext der zehnten Vorlesung mit dem Thema "Biologie Forschungswerkstatt" des Studienjahrs 2016/2017 am 14.07.2017 sind online und können im Archiv» abgerufen werden.

Chemie, Comics & Co.

Die Bilder und der Pressetext der neunten Vorlesung mit dem Thema "Chemie, Comics & Co." des Studienjahrs 2016/2017 am 23.06.2017 sind online und können im Archiv» abgerufen werden.

Intelligente Maschinen – Was Maschinen heute alles können und was das für uns bedeutet!

Die Bilder und der Pressetext der achten Vorlesung mit dem Thema "Intelligente Maschinen – Was Maschinen heute alles können und was das für uns bedeutet!" des Studienjahrs 2016/2017 am 12.05.2017 im Ravensburger Spieleland sind online und können im Archiv» abgerufen werden. 

Warum sich treffen – und nicht telefonieren?

Die Bilder und der Pressetext der siebten Vorlesung mit dem Thema "Warum sich treffen – und nicht telefonieren?" des Studienjahrs 2016/2017 am 07.04.2017 sind online und können im Archiv» abgerufen werden.

Die Sprache der Dinge lesen lernen

Die Bilder und der Pressetext der sechsten Vorlesung mit dem Thema "Die Sprache der Dinge lesen lernen" des Studienjahrs 2016/2017 am 10.03.2017 sind online und können im Archiv» abgerufen werden.

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Die Bilder und der Pressetext der fünften Vorlesung mit dem Thema "Warum wird das Fleisch auf dem Grill bei Papa manchmal schwarz?" des Studienjahrs 2016/2017 am 10.02.2017 sind online und können im Archiv» abgerufen werden.