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Wie funktionieren eigentlich Schulhefte?

Hochschullehrer Martin Binder hat erforscht, was Schüler seit Generationen täglich gebrauchen

RAVENSBURG/WEINGARTEN – Wie erfüllt ein Schulheft seinen Zweck? Privatdozent Dr. phil. Martin Binder, Pädagogische Hochschule, PH, deckt im Hörsaal die Technik eines alltäglichen Lernmaterials auf. „Wie funktioniert ein Matheheft?“ heißt seine Vorlesung, mit der das Studienjahr der Kinder-Uni zuende ging. Laura, Timon und andere Kinder-Studis unterstützen ihn dabei.

Hochschullehrer Martin Binder präsentierte sein Wissen in Dialogform und freute sich über jede Antwort der kleinen Studierenden. Laura und Timon saßen in der ersten Reihe. Eine Jungforscherin machte darauf aufmerksam, dass es verschiedene Mathehefte für die jeweiligen Klassen gibt. Die Kinder der ersten Klasse bekommen Hefte mit größeren Karos. „Weil sie erst schreiben lernen“, erklärte ein Junge. Gemeinsam kamen die akademischen Sprösslinge darauf, dass der weiße Heftrand dazu dient, Kommentare und Verbesserungen zu notieren. „Kürzere Zeilen erleichtern außerdem das Lesen“, ergänzte Hochschullehrer Binder. Aus demselben Grund seien auch die Zeitungsseiten in Spalten aufgeteilt, bemerkte er.

Der Dozent und seine Assistentin Ida Schmid verteilten Schulhefte an die Kinder. Martin Binder machte seine Zuhörer auf eine wichtige Funktion aufmerksam: „Die Seiten sind so gefaltet und geheftet, dass sie nicht zuklappen. Ingenieure haben das gezielt so gemacht.“ Außerdem sei das Papier möglichst leicht, aber gerade noch so dick, dass man mit verschiedenen Stiften darauf schreiben kann und die Tinte nicht durchdrückt. Um Tinte zu trocknen liegt ein Löschblatt im Heft. Die Hefte haben runde Ecken. „Damit es keine Knicke gibt“, sagte Ronja. „Sie schützen vor Eselsohren, für die Generationen von Kindern geschimpft wurden“, betonte Martin Binder.

Gedruckt werden die Schulhefte, ihre Lineatur und die farbigen Umschläge, mittels 4-Farben-Offsetdruck. Der Hochschullehrer zeigte einen Film und besprach ihn mit seinen Studierenden. Der Drucker verwendet Blau, Rot, Gelb und Schwarz. „Grün ergibt sich, wenn man Blau und Gelb mischt“, wusste Laura. „Wenn man genau hinsieht, kann man manchmal blaue und gelbe Punkte unterscheiden“, ergänzte sie. Auf dem Heftumschlag erkennt man alle wichtigen Informationen: Größe, Gewicht und Anzahl der Blätter, Firmenname, wie die Lineatur aussieht und mehr. „Die Tiere sollen glaub ich Kinder gefallen und anlocken“, nahm Timon an. Martin Binder fasste die Vorlesung zusammen und lobte: „Toll, was für aufmerksame und kluge Studentinnen und Studenten ihr wart!“

Kinder-Studis erfahren, wie sich Tourismus seit 200 Jahren entwickelt

Menschen erschließen neue Zielgebiete und erfinden neue Verkehrsmittel

RAVENSBURG – In der Aula der Hochschule gibt Prof. Dr. Anja Brittner-Widmann den Studierenden der Kinder-Uni ein Gefühl für die Vielfalt und die Geschichte des Reisens, ob ans Meer, in die Berge, in Freitzeitparks, auf einen Bauernhof oder auf eine Afrika-Safari. Sie leitet den Studiengang Betriebswirtschaftslehre – Tourismus, Hotellerie und Gastronomie mit dem Schwerpunkt Destinations- und Kurortemanagement an der DHBW.

„Wir bilden Studentinnen und Studenten aus, die an den Urlaubsorten arbeiten werden“, erklärte Anja Brittner-Widmann. Die Hochschullehrerin hatte einen aufblasbaren, durchsichtigen Globus mitgebracht. Die Kinder kannten sich auf der Weltkugel bestens aus. Die meisten verreisen nach Italien oder Frankreich und innerhalb Deutschlands. Zwei Kinder waren in Dubai. Statistisch verreisen die meisten Deutschen innerhalb Europas. Die 80 Millionen Deutschen machen 60 Millionen Reisen jährlich. „Dabei verreisen manche mehrmals“, erläuterte die Professorin. Sie hatte trotz des weltumspannenden Themas noch Zeit für eine Rätselfrage: „Warum fressen Eisbären keine Pinguine?“ „Weil Eisbären am Nordpol, Pinguine am Südpol leben“, schallte es aus den Hörerreihen.

Vor über 200 Jahren reiste man hauptsächlich um sich zu bilden mit der Postkutsche nach Italien. Im 18. und 19. Jahrhundert kamen Kur- und Bäderreisen in Mode, und Abenteuerurlaub in den Bergen. Zu jeder Zeitspanne hatte Professorin Brittner-Widmann eine Abbildung mitgebracht, die ihre Nachwuchsassistenten zu den Jahreszahlen auf eine Leine hängten. Nach 1950 organisierten Reiseveranstalter Zug- und Busreisen in Deutschland, nach Österreich, Italien und der Schweiz. Rollende Hotels hatte man damals, wie man auf einem Bild sah. In den 70er Jahren reisten viele schon mit dem Flieger, etwa nach Mallorca.

Der Massentourismus entstand in den 80er Jahren. Die Spanier verbauten ihr Strände mit riesigen Hotels. „Um die schönen Landschaften zu schützen, ist das heute nicht mehr erlaubt“, bemerkte Brittner-Widmann. In den 90er Jahren fing man an künstliche Urlaubsorte zu bauen, ein 800 Meter breites Schwimmbad in Japan. „Weil es im Meer so viele Fische, giftige Quallen hat, und, und, und“, erklärte ein Mädchen. In Dubai entstehen künstliche Touristeninseln vor der Küste und Indoor-Skianlagen. Aber auch hier, in Leutkirch, werde heute so ein Urlaubsbereich mit vielen Attraktionen, ein Center Parc, gebaut, wusste die Professorin. Das größte Flugzeug der Welt transportiert heute bis zu 853 Passagiere, riesige Kreuzfahrtschiffe beherbergen bis zu 6800 Gäste und 2000 Besatzungsmitglieder. In den USA plant man Reisende mit über 1000 Stundenkilometer durch Rohre von Los Angeles nach San Francisco zu schicken. Und auch im Weltraum waren schon Touristen.

Menschen als Forschungsobjekt – wie geht denn das?

Erziehungswissenschaftler Jörg Stratmann erklärt, wie Sozialwissenschaftler forschen

WEINGARTEN – Ein Mal im Jahr findet die Kinder-Uni im Ravensburger Spieleland statt. „Wenn Biologen Frösche sezieren, muss der Sozialforscher dann Menschen nehmen?“ hat Dr. Jörg Stratmann, Professor für Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Weingarten, gefragt. Nach einer anstrengenden Vorlesung im Maus-Kino können sich die kleinen Studis mit ihren Eltern im Spieleland erholen.

Mit seinen Studierenden zusammen klärte Jörg Stratmann erst einmal, was Forschung ist. Die Kinder äußerten sich mündlich und konnten ihre Meinung mit Hilfe von Kärtchen kundtun. „Ja, auch Kinder können forschen“, bestätigte Professor Stratmann. Er sagte, dass wissenschaftliche Forschung ein paar Bedingungen erfüllen muss. Sie soll neue Erkenntnisse gewinnen, dabei systematisch, also geordnet und nachvollziehbar vorgehen, dokumentiert und veröffentlicht werden.

Ein Junge wusste, dass Sozialwissenschaftler erforschen, „wie Menschen ticken“. „Sozialwissenschaftler untersuchen das Verhalten von Menschen und deren Zusammenleben“, definierte Jörg Stratmann und machte deutlich: „Sozialwissenschaft ist ein Oberbegriff für verschiedene Wissenschaftsbereiche wie etwa Psychologie, Politologie oder Erziehungswissenschaft.“ Auf seine Frage hin, stellte sich Tabea als Versuchsperson zur Verfügung und kam nach vorne. „Wie können wir Tabea erforschen? Sollen wir sie aufschneiden wie einen Frosch?“ fragte Erziehungswissenschaftler Stratmann. „Dann wäre unser Forschungsgegenstand kaputt!“, befürchtete ein Studierender. „Sozialwissenschaftler forschen deshalb mit Hilfe von Beobachtung und Befragung“, sagte Jörg Stratmann. Er selber hatte zum Beispiel Schüler zu ihrem Medienverhalten befragt. Damit eine Befragung repräsentativ ist, muss die Anzahl der befragten Schüler groß genug sein und alle wichtigen Fälle umfassen, also Schüler aus allen Schularten sowie Schüler vom Land und Schüler aus der Stadt. Den jungen Forschern gab Jörg Stratmann ein paar Tipps mit: „Wissenschaftliche Forscher sind neugierig, beobachten die eigene Umgebung, stellen Fragen, suchen Antworten und geben nicht auf. Sie dokumentieren den Forschungsprozess und stellen ihre Ergebnisse vor.“

Kinderstudierende lernen Mogelpackungen erkennen

Der engagierte Werbewissenschaftler Michael Streich deckt die Tricks der Produktwerbung auf

RAVENSBURG/WEINGARTEN – In der Aula der Dualen Hochschule, DHBW, hat Prof. Dr. Michael Streich, über die „Macht der Werbung“ aufgeklärt. Seine Kinder-Uni-Vorlesung beantwortet zwei Fragen: Wozu dient Werbung? Wie täuscht uns Werbung?

Viele kleine Studenten zogen den frei gewählten Sitz im Hörsaal der strahlenden Sonne vor. Heute lauschten auch eine Handvoll Schüler der fünften Klasse des Gymnasiums Weingarten der Vorlesung. „Das Thema Werbung ist im Rahmen der Medienkunde neu im Bildungsplan“, erklärte Peter Lanz, der seine Schüler zum Schnuppern an die Kinder-Uni begleitete. „Wozu ist Werbung gut?“ fragte Michael Streich. „Dass die Leute die Produkte kaufen!“ kam es prompt. „Ja, aber was kommt davor?“ Die Kleinen wussten es: „Die Produkte kennenlernen“. Die großen Produktmarken und ihre typischen Merkmale kannten sie wie ihre Westentasche.

Der Professor unterschied: Werbung will informieren, Vertrauen schaffen, profilieren oder auffallen und zum Kauf motivieren. „Am Ende will man möglichst viel verkaufen“, schloss er. Ein Junge fand zum Beispiel eine bestimmte Automarke nicht vertrauenswürdig und erklärte: „Man hört viel Schlechtes darüber.“ Sehr interessant war das Beispiel für Produktprofilierung, das der Professor vorführte. Eine Armbanduhr hob sich in der Werbung durch eine außergewöhnliche Zeigerstellung hervor. Normalerweise zeigen nämlich alle Werbe-Uhren auf 10.10 Uhr, eine Zeigerstellung, die einen Smiley imitiere, erklärte der Hochschullehrer.

Neben guter Aufklärung und ehrlicher Werbung gibt es viele Mogelpackungen in der Reklame, leere Worte, Lüge, Täuschung und falscher Schein. Der Nachwuchs verfolgte mit großen Augen, wie aus dem natürlichen Gesicht einer jungen Frau durch Schminke, Beleuchtung und durch Bildbearbeitung am Computer eine Werbeschönheit hergestellt wurde. Michael Streich hat die Information auf Produktpackungen studiert! „Himbeeren“ können bei genauem Lesen ein aus Sägespänen hergestelltes Aroma sein, eine angeblich gesunde, und von den jungen Konsumenten gern genaschte Milchschnitte genauso zucker- und fetthaltig wie eine Schokosahnetorte. Werbung verschleiert, übertreibt häufig und verwendet hohle Worte wie „Premium“ oder „mit ausgewählten Zutaten“. Aber kritische Kunden lassen sich nicht so leicht hinters Licht führen.

Bewohner kalter Sterne würden Farben anders sehen

Kinder-Uni-Professor Baumgart ließ Kinder-Studierende durch künstlichen Augen sehen

RAVENSBURG/WEINGARTEN – „Wie würde ein Außerirdischer die Welt sehen?“ Prof. Dr. Jörg Baumgart, HRW, hat den Kinder-Uni-Studierenden dieses knifflige Thema im Hörsaal der Hochschule Ravensburg-Weingarten nahegebracht. Die Optik, die Wissenschaft vom Licht ist sein Spezialgebiet.

Die Märzensonne schien freundlich in den Hörsaal und die Kinder-Studis unterhielten sich miteinander, bis die Vorlesung begann. Jörg Baumgart zeigte das Bild eines Sciencefictionfilms und fragte: „Wäre es möglich, dass ein Außerirdischer die Welt wie durch eine Wärmekamera sieht?“ Für die Neun- bis Elfjährigen war das eine spannende Sache. Zur Erklärung griff der Professor, der ein mit Formeln bedrucktes T-Shirt trug, zur Theorie der elektromagnetischen Wellen. Der neunjährige Timon schrieb eifrig mit.

Die Wirkung eines Magnets, das Magnetfeld geht immer mit einem elektrischen Feld einher. Bewegt man den Magnet, bewegt sich das eine wie das andere. Bewegen sich die beiden Felder 1 Millionen Mal in der Sekunde, handelt es sich um Radiowellen, bei einer Frequenz von 1 Milliarde mal pro Sekunde um Mikrowellen, und bei tausend mal tausend Milliarden Schwingungen pro Sekunde um Lichtwellen. Unsere Augen sind wie gemacht für die Lichtwellen der 6000 Grad heißen Sonne. An einer Lampe als Sonnensimulator zeigte Baumgart, wie rotes Licht erst gelb, dann weiß wurde, je mehr Strom und diese Sonne erhitzte. „Wenn wir sie jetzt noch heißer machen…“, fing der Professor an. „Dann explodiert sie“, vermutete Timon. „Dann geht sie kaputt, der Draht würde schmelzen,“ erklärte der Hochschullehrer.

Am Sternenhimmel können wir verschieden farbige Sonnen sehen. Je heißer, desto heller, von infrarot nach ultraviolett scheinen sie. Die Erdatmosphäre filtert aber von den Strahlen der Sterne und der Sonne den oberen und unteren Teil des elektromagnetischen Spektrums und schützt uns vor zu hohen oder zu niederen Temperaturen. Unsere Augen sehen also nur einen Teil davon. Wir können aber künstliche Augen, Kameras herstellen, die auch die anderen Lichtwellen aufnehmen. Bewohner eines heißen Sterns würden die Welt wie durch eine UV-Kamera sehen, die auf ultraviolettes Licht reagiert. Baumgart zeigte, dass so eine UV-Kamera menschliche Haut schwarz erscheinen lässt. Bewohner eines kalten Sterns würden dagegen das infrarote Licht, also wie durch eine Wärmekamera sehen. Bilder von IR-Kameras zeigen zum Beispiel den Wärmeverlust bei einem schlecht isolierten Haus. Die Kinderstudis folgten der Vorlesung, als wäre die Lichttheorie ein Spiel und dankten Professor Baumgart mit Applaus.

Kinder-Studierende lernen ihren Rücken kennen

Kerstin Boeke behandelt an der Kinder-Uni ein bewegtes Thema

RAVENSBURG – „Warum soll der Rücken in die Schule?“ Die Physiotherapeutin an der Kinderklinik, Kerstin Boeke erklärt es ihren Zuhörern. Mit Übungen und Spielen hat sie die wissbegierigen Zöglinge mit den Eigenarten ihrer Wirbelsäule bekannt gemacht.

„Babys kommen meistens mit einem gesunden Rücken auf die Welt. Sie lernen erst krabbeln, dann aufstehen und sich aufrichten“, sagte Kerstin Boeke. Ein Bild zeigte, wie sich beim Aufrichten des menschlichen Körpers eine Hüftstreckung vollzieht. Die Urmenschen haben den aufrechten Gang in Jahrmillionen gelernt. Heute haben wir Probleme, weil wir so viel sitzen. „Muskeln verkürzen sich dabei“, erklärte die Physiotherapeutin. An einer Versuchsperson zeigte sie, wie man die Hüftmuskulatur auf ihre Dehnbarkeit testen kann. Wenn man ein Hohlkreuz hat, kippen das Becken und die darin befindlichen Organe nach vorn. Die Kinder übten, das Becken vor und zurück zu kippen und es gerade zu halten.

Nicht nur Opas und Väter, viele Kinder kennen Rückenschmerzen auch von sich selbst. „Deshalb ist es gut, etwas mehr über sein Rückgrat zu wissen“, betonte Kerstin Boeke. An einem Skelett wies sie die wissensdurstigen Kleinen, auf die Brustwirbelsäule, die sich drehen und runden kann, und die sehr bewegliche und empfindliche Halswirbelsäule hin. Wenn man schlaff auf einem Stuhl sitzt, rundet sich der Rücken und die Halswirbelsäule muss sich stark krümmen. „Gut ist dagegen eine flexible Wirbelsäule, bei der alle Teile mitarbeiten!“ hob die Physiotherapeutin hervor. Stockgerade ist die Wirbelsäule aber nicht. Zwei leichte Krümmungen machen sie flexibel und federn Stöße ab.

Mit Übungen am Boden und auf allen Vieren wie Katzenbuckel und Pferd machte Physiotherapeutin Boeke die Studis mit ihrer beweglichen Wirbelsäule bekannt. Alle überlegten, wie sie ihren Alltag beweglicher gestalten und dabei auf eine gute Haltung achten könnten. Vorsichtig sollten die Kinder beim Tragen von Lasten sein. Ein 45 Kilogramm schwerer Mensch sollte höchstens 5 Kilogramm an Gewicht tragen. Ein Spiel mit gelben Luftballons krönte die gesundheitsfördernde Kinder-Uni-Vorlesung. Die Uni-Kinder erlebten erst, wer gerade sitzt, hat mehr Puste. Mit je einem Ballon zwischen Bauch und Vordermann bildeten sie im Mittelgang dem Rückgrat ähnlich zwei lustige bewegliche Raupen.

Sich blind bewegen – wie schafft der Körper das?

Alexa Becker führt Kinder-Studenten durch einen „Blind Parkour“
RAVENSBURG/WEINGARTEN – „Blind Parkour: Vertrauen auf die Körpersinne“, darum geht es der Akademischen Rätin Alexa Becker. Am Sportzentrum der Pädagogischen Hochschule führt sie die kleinen Studierenden der Kinder-Uni in das Sportthema ein.

Alexa Becker erklärte erst grundsätzlich: „Bei uns im Sportzentrum werden Sportlehrer ausgebildet.“ Studierende im 5. Semester Cedric Dutillie, Laura Faden, Tamy Walter und Tabea Thomas unterstützten die Hochschullehrerin im Praxisteil. In ihrem Vortrag vergegenwärtigte Alexa Becker das Themengebiet Wahrnehmung. „Schon im Mutterleib kann das Kind hören. Säuglinge orientieren sich vor allem durch Tasten, Schmecken, Riechen und Fühlen“, machte Becker den Studis klar. Am Anfang einer Wahrnehmungskette steht ein Sinnesreiz. Körperzellen, sogenannte Rezeptoren, verarbeiten den Reiz und leiten ihn ans Gehirn weiter. Reize werden wiedererkannt und mit der Zeit gelernt. Schließlich spielen die verschiedenen Wahrnehmungen auch zusammen. „Wie schafft es der Körper, den Ausfall eines Sinnessystems auszugleichen? Sich blind bewegen, wie geht das?“ fragte Alexa Becker.

Um das am eigenen Leib zu erfahren, durchliefen die kleinen Forscher einen recht anspruchsvollen Bewegungsparkour, erst mit geöffneten, dann mit verbundenen Augen. „Oah!“, das kostete Mut. Schwebebalken, Parallelbarren, Kästen, schräg aufgestellte und kippende Bänke forderten Aufmerksamkeit. Trotz des Treibens herrschte in der großen Turnhalle konzentrierte Stille. Gruppenweise bewältigten die Hochschul-Neulinge fünf Stationen mit Turngeräten. Stefan traute sich ohne Hilfestellung mit verbundenen Augen über den Schwebebalken. Jetzt musste er fühlen, wann der Balken zu Ende war. „Das war schon anders“, fand er. Für Tara war der Parallelbarren schwierig: „Ich wusste nicht recht, soll ich gehen oder krabbeln.“ Unter anderem hatten die Studis auch den von einer gelben Matte abgedeckten Tunnel zu bewältigen. Für die Kleineren kein Problem, aber auch Jule hatte keine Angst unten durchzukriechen. „Man musste halt fühlen, wo die seitlichen Begrenzungen sind.“ In einer Schlussbesprechung tauschten die Kinderstudis mit Sportdozentin Alexa Becker ihre Erfahrungen aus. Draußen warteten die Eltern. Ihnen hatten die Kinder sicher viel Neues zu erzählen.

Kinder-Uni-Studis brauchen Konflikte nicht zu fürchten

Professorin Renate Schwarz spricht mit den Kleinen über das richtige Streiten
WEINGARTEN – Was ist ein Konflikt? Wie entstehen Konflikte? Was kann man dagegen tut? In drei Schritten führt Prof. Dr. Renate Schwarz, Fakultät für Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Hochschule Ravensburg-Weingarten, den studierenden Nachwuchs durch das Thema.
Renate Schwarz findet es toll, dass Kinder auch außerhalb der Schule lernen wollen. Die kleinen Hörer lobte sie: „Ihr habt schon viel Erfahrung mit Konflikten!“ Unter Konflikt verstanden die Uni-Zöglinge, wenn man streitet, ein Problem hat oder eine Meinungsverschiedenheit. Die Hochschullehrerin präzisierte: „Bei einem Konflikt geht es mindestens einer Partei nicht gut.“ Starke Gefühle oder Emotionen spielen dabei eine Rolle. Die Kinder zählten für sie ein paar auf: Wut, Angst, Ärger, Enttäuschung, Eifersucht. Renate Schwarz sagte: „Ihr braucht aber keine Angst vor Konflikten zu haben. Sie gehören einfach zum Leben dazu und es gibt viele Möglichkeiten, sie zu lösen.“
Neben unterschiedlichen Bedürfnissen und Wünschen, unterdrückten Gefühlen und Stress kann auch eine schlechte Kommunikation zu Konflikten führen. Der Konfliktforscher Friedrich Glasl beschrieb in neun Stufen, wie Konflikte sich über Gesichtsverlust und Drohstrategien so zuspitzen können, dass sie zuletzt gemeinsam in den Abgrund führen.
Die jungen Akademiker wussten dagegen, wie man Konflikte lösen kann: Kompromisse finden; tun, was der andere will; etwas ganz anderes machen; eine Idee vorschlagen, die beide wollen oder einfach auslosen, was man macht. Professorin Schwarz gab noch ein paar allgemeine Verhaltensregeln bei einem Konflikt: erst mal ruhig werden und tief atmen, seine Wünsche vorbringen, keine Schimpfwörter gebrauchen, gut zuhören und nachfragen, Vorschläge machen und bei Bedarf Hilfe holen.
Mit einer Bildergeschichte beendete die Dozentin ihre Vorlesung. Zwei Esel machen vor, wie ein Konflikt über einen Kompromiss gut gelöst wird, so dass beide Parteien bekommen, was ihnen wichtig ist. Die zwei aneinandergebundenen Tiere ziehen zuerst in entgegengesetzte Richtungen zum jeweils nächsten Heuhaufen. So kommt keiner der beiden an sein Ziel. Keiner kann fressen. Sie überlegen und finden eine für beide befriedigende Lösung. Erst gehen sie gemeinsam zum einen Heuhaufen, dann zum anderen.

An der Kinder-Uni steht Werbung auf dem Prüfstand

Soll sie uns massenhaft erreichen, oder darf es auch weniger sein?

RAVENSBURG/WEINGARTEN – (sz) Im Hörsaal der Dualen Hochschule klärt Professor Stefan Luppold, DHBW, die Frage "Werbung oder Event - was hilft besser beim Verkaufen von Produkten?“ Die Kinderuni-Studierenden folgen aufmerksam der Erörterung des wirtschaftlichen Themas.

„Ja!“, schallte es aus 70 Kehlen. „Habt ihr Lust anzufangen?“ hatte der Professor seine kleinen Zuhörer gefragt. Stefan Luppold, der selber Kinder hat, aber noch keine Enkelkinder, liebt großes Publikum. Passend zur Vorweihnachtszeit fragte er die Juniorstudenten nach ihren Wünschen und versprach eine richtige Vorlesung zu halten.

„Wenn wir etwas kaufen oder verkaufen wollen, einen Roboter zum Beispiel, müssen wir erst mal davon wissen“, erklärte Stefan Luppold. Wir müssen wissen, dass es ihn gibt und wo. „Was mache ich, um meinen Roboter gut zu verkaufen? Mache ich Werbung oder einen Event?“ Werbung reicht vom Namen des Produkts über die Verpackung bis zu Plakat, Zeitungsanzeigen und Werbespot. Täglich vom Werbung umgeben, zeigten die Jungstudis großes Interesse. „Werbung ist das bekannteste Marketinginstrument“, stellte der Professor fest. Wie Unternehmen und Konsumenten bei der Werbung kommunizieren zeigte der Professor mittels der Tabelle eines Lehrbuchs. Werbung erreicht eine große Menge von Käufern, sie funktioniert als Massenkommunikation. Der Event, die erlebnisorientierte Werbeveranstaltung, hat eine viel geringere Reichweite. Ein Event erreicht zwar Käufer, dafür aber intensiver, persönlicher, emotionaler, mit allen Sinnen und im Dialog.

Eine Supermarktkette etwa kann mit einem Plakat werben, aber auch mit einem Event. Professor Luppold führte zwei konkrete Beispiele an. Auf dem Plakat machen zwei ein Picknick. Beim Event unterstützt das Unternehmen eine Kita bei einer pädagogisch konzipierten Pflanzaktion. Das sprach die meisten Kinder mehr an als das „Picknick“, aber nicht alle. Ein Junge fand die Kindergartenaktion langweilig. Werbung muss informieren. Sie kann entweder die große Masse erreichen oder Erlebnisse mit allen fünf Sinnen ermöglichen, fasste Professor Luppold zusammen und sagte: „Meistens ist Werbung eine Mischung aus beidem.“

Kinder-Uni testet Produktionsformen mit Papierfliegern

Wirtschaftsinformatiker legen einen starken Start des Kinder-Uni-Studienjahrs hin

RAVENSBURG/WEINGARTEN – Prof. Dr. Jürgen Friedl und Prof. Dr. Markus Rager von der Hochschule Ravensburg-Weingarten halten ihre erste Kinder-Uni-Vorlesung. „Wo kommen eigentlich unsere ganzen Produkte her?“ fragen sie und bringen Überraschendes zutage.

Die jungen Hörerinnen und Hörer saßen gespannt und teilweise etwas scheu im großen Hörsaal. „Keine Angst, ich war auch mal in der Schule!“ sagte Markus Rager. Die beiden Hochschullehrer, die viel Zeit in die Vorbereitung gesteckt hatten, wechselten sich in der Gesprächsführung ab. „Was kennt ihr für Produkte?“ wollten sie wissen. Die Studis nannten unter anderem Zahnpasta und Nutella. „Auch Flugzeuge sind Produkte“, ergänzte Jürgen Friedl.

Die Professoren fragten, woher die Produkte kämen und was drin sei. Über die Inhaltsstoffe wussten die Kinder gut Bescheid. In Nutella ist Palmöl aus Malaysia, Zucker aus Deutschland, Kakao von der Elfenbeinküste und die Nüsse sind aus der Türkei. Ein Junge erzählte von seinem Opa in der Türkei: „Da wachsen die Haselnüsse für Nutella.“ Außer den Inhaltsstoffen braucht man Menschen, die das Produkt herstellen. T-Shirts werden in Ländern mit geringem Brutto-Inlandsprodukt pro Kopf oder Pro-Kopf-Einkommen hergestellt, in China oder Indonesien, weil da auch die Löhne niedriger sind. Jetzt kam ein Flugzeug ins Bild. Ein Junge kannte die riesige Maschine, die A380. Ihre Flügel werden in Großbritannien gebaut, die Nase in Frankreich, die Hauptteile in Deutschland. Transportiert werden die Einzelteile mit Schiffen und zusammengebaut in Toulouse.

„An der Hochschule haben wir auch einen Forschungsauftrag, deshalb machen wir jetzt ein Experiment“, sagte Jürgen Friedl. Alle bekamen ein Blatt mit Hilfslinien und Anleitung, um einen Papierflieger herzustellen. „Aber sauber arbeiten!“ verlangte der Professor. Die ersten 40 Flieger waren nach 60 Sekunden und insgesamt 40 Minuten Arbeitszeit fertig. Dann stellten acht Kinder die 40 Flieger in einer arbeitsteiligen Produktionskette her. Sie waren nach 210 Sekunden und insgesamt 28 Minuten Arbeitszeit geschafft. „Warum ging das schneller?“ fragte der Professor. Obwohl die Gedanken wie die weißen Papierflieger inzwischen im Hörsaal herum sausten, konzentrierten sich die Studis wieder. Ein Mädchen erklärte: Beim zweiten Mal hat jeder immer wieder eine kleine Aufgabe gemacht. Das ging schneller.“ Jürgen Friedl nannte das eine Erfahrungskurve und Markus Rager sprach vom „Supply Chain management“. Weltweit werden Produkte in Supply Chains gefertigt.

Biologie Forschungswerkstatt

Die Bilder und der Pressetext der zehnten Vorlesung mit dem Thema "Biologie Forschungswerkstatt" des Studienjahrs 2016/2017 am 14.07.2017 sind online und können im Archiv» abgerufen werden.

Chemie, Comics & Co.

Die Bilder und der Pressetext der neunten Vorlesung mit dem Thema "Chemie, Comics & Co." des Studienjahrs 2016/2017 am 23.06.2017 sind online und können im Archiv» abgerufen werden.

Intelligente Maschinen – Was Maschinen heute alles können und was das für uns bedeutet!

Die Bilder und der Pressetext der achten Vorlesung mit dem Thema "Intelligente Maschinen – Was Maschinen heute alles können und was das für uns bedeutet!" des Studienjahrs 2016/2017 am 12.05.2017 im Ravensburger Spieleland sind online und können im Archiv» abgerufen werden. 

Warum sich treffen – und nicht telefonieren?

Die Bilder und der Pressetext der siebten Vorlesung mit dem Thema "Warum sich treffen – und nicht telefonieren?" des Studienjahrs 2016/2017 am 07.04.2017 sind online und können im Archiv» abgerufen werden.

Die Sprache der Dinge lesen lernen

Die Bilder und der Pressetext der sechsten Vorlesung mit dem Thema "Die Sprache der Dinge lesen lernen" des Studienjahrs 2016/2017 am 10.03.2017 sind online und können im Archiv» abgerufen werden.

Warum wird das Fleisch auf dem Grill bei Papa manchmal schwarz?

Die Bilder und der Pressetext der fünften Vorlesung mit dem Thema "Warum wird das Fleisch auf dem Grill bei Papa manchmal schwarz?" des Studienjahrs 2016/2017 am 10.02.2017 sind online und können im Archiv» abgerufen werden.